Wenn es nur so einfach wäre

Gestern Abend auf dem Rückweg ins Hotel gab es nur ein Thema, was passiert in der Prüfung, wer muss was machen. Zusätzliche Lerneinheiten waren zeitlich nicht drin und so beschloss ich durch simple Ablenkung Ruhe reinzubringen oder eben die Nervosität abzuleiten.

Ich habe den Jungs 10,00 Euro auf den Tisch gelegt und als Wette angeboten wer mehr Torwandtore als ich morgen früh um 9:45 Uhr schießt, der erhält die 10,00 Euro. So war jetzt erstmal die Sorge um die Prüfung verflogen und es ging einzig um die Regeln. Die waren simpel und einfach wie im Sportstudio 3 oben links und 3 unten links, kein Probeschuss es geht sofort los. Erst die Jungs untereinander und der Sieger gegen mich.

Das reichte erstmal um die Jungs ins Bett zu bekommen ohne an den morgigen Tag zu denken. Aber anscheinend nicht bei mir, erst kam ich nicht in den Schlaf und dann war ich um 6:00 Uhr wach.

Leicht nervös wie ich zugeben muss. Da ich die komplette Ausbildung mitgemacht habe konnte ich natürlich auch einzelne Defizite erkennen.

Also leise im Bett gelesen und um 7:30 Uhr duschen. Danach ein letztes Mal Frühstück in unserem Domizil. Allen war eins gemeinsam, morgen geht’s nach Hause und Frühstück gibt’s unterwegs.

Um kurz nach halb zehn waren wir im Stadion und sind in die Nordtribüne gegangen, dort steht die Torwand. Jetzt hatten die Jungs nochmal knapp 30 Minuten Spaß und haben es sichtlich genossen. Sprüche ohne Ende bis sich allmählich immer weniger im Rennen befanden. Danach trat der Sieger gegen mich an und hat auch dort gewonnen und somit die 10 Euro erhalten.

Danach ging es in den Unterricht bzw. in die Trainingseinheit die letztendlich über den Junior Coach entscheiden wird. Es wurden Dreier Teams gebildet und jedes Team bekam einen Oberbegriff für die Trainingseinheit genannt. Um diesen Oberbegriff hatte sich nun das ganze Traiming aufbauen müssen. Es sollte um eine U 11 Mannschaft gehen und das Training sollte 70 Minuten betragen, die Vorbereitungszeit war 30 Minuten. Ebenso wichtig wie die Einheit sind auch die Materialien. Diese musste ebenfalls genau aufgegeben werden.

Nachdem alles fertig war und die skizzierten und beschriebenen Einheiten bei Mac abgegeben wurden ging es auf einen Nebenplatz des Stadions in die praktische Umsetzung. Das jetzt alles zu beschreiben ist nicht so einfach. Schreibe ich sie waren bemüht trifft es das nicht, schreibe ich sie waren hochmotiviert, trifft es das nicht. Schon der Anfang war Mist. Packe einen Pfälzer in ein typischen Hamburger Tag. Starker Wind, Regen der nicht von oben sondern von der Seite kommt, plötzlich kühlt es auf 14 Grad ab.

Die Prüflinge standen im Schutz des Stadions und waren der Meinung, wie warten ab. In der Pfalz vielleicht eine Merhode in Hamburg würde dann fast nie ein Training sein und der Trainer muss vor den Kids aufgebaut haben. Ich habe zwar noch schnell bei Pauli Regenjacken besorgt damit es weitergeht. Trotzdem war es ein holpriger Start.

Im Verlauf merkte ich, dass wird schwer. Nach der Hälfte der Zeit und Gruppen war ich mir fast sicher, bisher hat nur einer das Ziel erreicht.

Um 13:30 Uhr war die Prüfung beendet und es ging zurück in unseren Raum. Abschlussbesprechung war angesagt. Die Jungs sollten vorgehen und Mac und ich haben uns ausgetauscht.

Alle Jungs müssen in Landau ein Training der G und F Junioren komplett planen und umsetzen. Die Planungsunterlagen und die Aufbauskizzen müssen mir übergeben werden. Ich bin beim Training anwesend und werde Bilder machen. Sofern das Training erfolgreich durchgeführt wird erhalten die Jungs von mir das Zertifikat. Mac ist der Auffassung dass die Jungs die Grundlagen haben, es heute aber nicht auf den Punkt gebracht haben. Einzig ein Junge hat das notwendige Ergebnis erreicht.

Mac hat offen mit den Jungs gesprochen und seine Sicht der Dinge dargelegt. Er hat auch den Lösungsansatz geliefert und erläutert. Es war dann natürlich erstmal Ruhe im Raum. Mac hat es dann aber geschafft die Jungs abzuholen und auch aufzubauen. Nachdem Mac sich verabschiedet hat haben wir nochmal über die Thematik gesprochen. Gemeinsam haben wir entschieden, dass jetzt keiner ein Zertifikat erhält und dass alle gemeinsam diese Einheit mit den G und F Junioren machen werden. Das wird als Team gemeinsam abgeschlossen und das Zertifikat gibt es dann als Team. Somit werde ich nächste Woche unnserer jugendleitung und den Obleuten der G und F Junioren sprechen und einen Freitag auswählen an dem die Jungs das Training übernehmen werden.

Danach haben wir den Presseraum genutzt und unsere Präsentation für Mittwoch an der IGS vorbereitet.

Das war dann schon wieder viel Arbeit aber auch mit viel Spaß und Ablenkung verbunden. Wir haben manchmal wirklich herzhaft über unsere eigene Dummheit lachen können. Das tat allen gut.

Im Anschluss ging’s ins Hotel, sauber machen, packen und Vorbereitungen für morgen treffen. Danach hatten alle Hunger und wir haben uns gemütlich auf den Weg in die Stadt gemacht. Dies gab mir auch nochmal die Möglichkeit mit jedem der Jungs einzeln zu sprechen und auf das positiv Erreichte einzugehen. Es wird gerne vergessen, was man erreicht hat, wenn das eigentlich offensichtliche Ergebnis nicht vorliegt.

Aber die Jungs haben viel erreicht. Eine komplette Herausforderung umgeplant. Die Situation angenommen und aktiv verändert. Sie haben nicht aufgegeben. Sie haben 12 Tage auf engsten Raum inkl. eines anfänglich „fremden“ Erwachsenen verbracht. Das alles und viel mehr wird ihnen sicherlich irgendwann bewusst. Eins haben sie heute alle gesagt, Handy, Tablet, Fernsehen (ok bei Fußball habe ich eine Ausnahme gemacht, war aber eine Leinwand 😂 kein Fernseher) ps 4 oder 5 und/oder Xbox haben keinem gefehlt.

Wir waren auf Wunsch aller nochmal lecker Burger essen und sind dann mit einem Eis in der Hand wieder ins Hotel marschiert.

Jetzt liegt alles im Bett und auch ich will jetzt Schluss machen.

Morgen liegt die letzte Etappe vor uns. Die Heimfahrt. Und das haben wir alle SIEBEN gemeinsam, wir freuen uns auf ZUHAUSE!

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